Fragen und Antworten für Arbeitnehmende

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Wann beginnt die Beitragspflicht?

Erwerbstätige sind beitragspflichtig ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag. Wer beispielsweise am 15. März 2019 17 Jahre alt geworden ist, bezahlt Beiträge ab dem 1. Januar 2020. Arbeitgebende sind somit im Jahr 2020 verpflichtet, die Bruttolöhne der Mitarbeitenden mit Jahrgang 2002 und älter mit der Ausgleichskasse abzurechnen.

Wann endet die Beitragspflicht?

Die Beitragspflicht dauert bis zum Ende des Monats, in dem Frauen den 64. Geburtstag bzw. Männer den 65. Geburtstag haben und damit das ordentliche Rentenalter erreichen. Wer länger arbeitet, bleibt beitragspflichtig, solange er erwerbstätig ist. Arbeitgebende sind verpflichtet, auch Löhne von Mitarbeitenden im Rentenalter mit der Ausgleichskasse abzurechnen, sofern diese höher sind als CHF 1‘400/Monat resp. 16‘800/Jahr.

Wie berechnen sich die Beiträge?

Die Beiträge an die AHV, IV und EO richten sich nach Vermögen und Renteneinkommen. Bei Verheirateten zählen immer das halbe eheliche Vermögen und das halbe eheliche Renteneinkommen. Die Berechnung basiert auf dem aktuellen Renteneinkommen und dem Vermögen des Beitragsjahres. Massgebend ist jeweils das Vermögen am 31. Dezember des Beitragsjahres (z. B. der 31. Dezember 2020 für das Beitragsjahr 2020).
Weitere Informationen zur Berechnung, Festsetzung und Höhe der Beiträge finden Sie im Merkblatt 2.03 ab Seite 4 bis Seite 7.

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Welche Erwerbseinkommen gehören zum massgebenden Lohn?

Zum beitragspflichtigen Erwerbseinkommen, dem sogenannten massgebenden Lohn, gehört das gesamte Bar- und Naturaleinkommen (z.B. auch Unterkunft und Verpflegung) inkl. Gratifikationen, Provisionen und 13. Monatslohn. Dazu zählen auch Leistungen des Arbeitgebers bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, soweit sie nicht aufgrund ihres Sozialleistungscharakters vom massgebenden Lohn ausgenommen sind. 

Übernimmt Ihr Arbeitgeber auch Ihre Arbeitnehmerbeiträge (Nettolohnvereinbarung), so gehört dieser Anteil seinerseits zum massgebenden Lohn. Solche Nettolöhne sind für die Berechnung der Beiträge in Bruttowerte umzurechnen.

Kann mein Arbeitgeber meine Unkosten vom massgebenden Lohn abziehen?

Ja. Unkosten sind Auslagen, die den Arbeitnehmenden bei der Ausführung ihrer Arbeiten entstehen. Ihre Aufwendungen müssen beruflich begründet und für die Lohnerzielung erforderlich sein. Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitnehmenden haben nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, dass die behaupteten Unkosten tatsächlich entstanden sind. Steuerrechtlich anerkannte Spesenvergütungen gemäss Lohnausweis oder einem von der Steuerbehörde genehmigten Spesenreglement werden in der Regel von der AHV berücksichtigt.

Folgende Entschädigungen gelten in der AHV im Unterschied zu den Steuern jedoch nicht als Unkosten:

  • regelmässige Entschädigungen für die Fahrt der Arbeitnehmenden vom Wohnort zum gewöhnlichen Arbeitsort;
  • regelmässige Entschädigungen für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnlichen Arbeitsort.
Was sind Provisorische Akontozahlungen?

Die Beiträge werden jeweils provisorisch gemäss den Angaben vom Vorjahr festgesetzt. Die definitiven Beiträge werden bestimmt, sobald die Meldung des kantonalen Steueramts eintrifft.

  • Wenn die definitiven Beiträge tiefer sind als die Akontozahlungen, zahlt die Ausgleichskasse die Differenz zurück.
  • Wenn die definitiven Beiträge höher sind als die Akontozahlungen, stellt die Ausgleichskasse die Differenz in Rechnung, unter Umständen mit Verzugszinsen.
    Es empfiehlt sich deshalb, die Ausgleichskasse zu informieren, wenn die Akontobeiträge zu tief sind. 
Wie werden die provisorischen Akontobeiträge festgesetzt?

Aufgrund der voraussichtlichen Lohnsumme setzt die Ausgleichskasse die provisorischen Akontobeiträge zu Beginn des Beitragsjahres fest. Grundlage für die Bestimmung des Akontobeitrages bildet entweder die Lohnsumme des Vorjahres oder die Deklaration des Arbeitgebers. Sollte sich die Lohnsumme im Verlauf des Beitragsjahres wesentlich ändern, so ist dies der Ausgleichskasse zu melden. Am einfachsten online via Plattform connect.

connect

Wie werden die definitiven Beiträge ermittelt?

Die definitiven Beiträge werden ermittelt, sobald die Jahreslohnmeldung der Arbeitgebenden vorliegt. Die Lohnmeldung muss bis spätestens am 30. Januar nach Ablauf des Beitragsjahres an die Ausgleichskasse übermittelt werden. Dies ist ein gesetzlicher Termin. Er ist für alle Beitragspflichtigen verbindlich. Die Differenz zwischen den provisorisch ermittelten Akontobeiträgen und den definitiven Beiträgen werden von der Ausgleichskasse zurückbezahlt bzw. nachträglich in Rechnung gestellt.

Wann werden die Beiträge in Rechnung gestellt?

Die Fakturierung der Beiträge erfolgt quartalsweise (März, Juni, September und Dezember des entsprechenden Jahres). Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage ab Rechnungsstellung.

Warum hat die AHV ein so strenges Inkasso?

Die AHV-Renten und alle anderen Leistungen der AHV, der IV und der EO werden mit den einkassierten Beiträgen laufend finanziert. Diese Sozialversicherungswerke sparen die Beiträge nicht an für spätere Leistungen. Es ist deshalb wichtig, dass die Beiträge sofort der AHV zukommen.
Ausserdem ist es nicht richtig, wenn den Arbeitnehmenden Abzüge vom Lohn gemacht werden, diese Abzüge dann aber während einer gewissen Zeit zinslos dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen. Die Arbeitnehmenden haben ein Anrecht darauf, dass ihre Beiträge sofort der AHV zukommen.
Die AHV kann im Normalfall auch nicht auf Konkurs betreiben. Was ihr bleibt, ist ein schnelles und konsequentes Beitragsinkasso.
 

Muss ich auch auf geringfügigen Einkommen Beiträge bezahlen?

Sind Sie erwerbstätig, so müssen Sie auf Ihrem gesamten Erwerbseinkommen Beiträge entrichten. Das gilt auch für Einkommen aus einem Nebenerwerb, aus Gelegenheitstätigkeiten oder für Bagatelleinkommen.
Allerdings werden auf Entgelten, die 2300 Franken im Jahr nicht übersteigen, die Beiträge nur auf Verlangen der Beitragspflichtigen erhoben. Übersteigt das Entgelt diesen Betrag, so ist der Beitrag auf dem vollen Entgelt zu entrichten.
 

Muss ich nach Erreichen des AHV-Rentenalters noch Beiträge bezahlen, wenn ich weiterhin erwerbstätig bin?

Sind Sie im AHV-Rentenalter (Frauen ab dem 64. und Männer ab dem 65. Altersjahr), so zahlen Sie weiterhin Beiträge an die AHV/IV/EO, wenn Sie eine Erwerbstätigkeit ausüben. Allerdings kommen Sie in den Genuss eines Freibetrags, auf dem keine Beiträge zu entrichten sind. Der Freibetrag beträgt Fr. 1400.- im Monat oder Fr. 16 800.- im Kalenderjahr.
Die nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters geleisteten Beiträge haben keinen Einfluss mehr auf Ihre Rente. Vom Freibetrag profitieren auch Versicherte, die ihre Rente aufgeschoben haben. 
 

Wer gilt als nichterwerbstätig?

Als nichterwerbstätig gilt, wer kein oder nur ein geringes Erwerbseinkommen hat, z.B.:

  • Studierende
  • Frühpensionierte
  • Arbeitnehmende mit einem Bruttojahreseinkommen unter CHF 4701.00
  • Bezügerinnen und Bezüger von IV-Renten
  • Bezügerinnen und Bezüger von Krankentaggeldern
  • Weltreisende
  • Ausgesteuerte Arbeitslose
  • Nichterwerbstätige Ehepartner von Pensionierten
  • Nichterwerbstätige Witwen
  • Personen, die während weniger als neun Monaten im Kalenderjahr erwerbstätig sind und – inklusive Arbeitgeberbeiträge – weniger als die Hälfte der Beiträge leisten, die sie als Nichterwerbstätige bezahlen würden.
  • Personen, die weniger als die Hälfte der üblichen Arbeitszeit erwerbstätig sind und – inklusive Arbeitgeberbeiträge – weniger als die Hälfte der Beiträge leisten, die sie als Nichterwerbstätige bezahlen würden.
Wo melden sich vorzeitig Pensionierte an?

Vorzeitig Pensionierte bleiben ab dem Kalenderjahr, in dem sie das 58. Altersjahr vollenden, bei der Ausgleichskasse des letzten Arbeitgebers angeschlossen. Falls dies nicht eine Verbandsausgleichskasse, sondern eine kantonale Ausgleichskasse ist, kommt es auf den Wohnsitz an: Wer in einem anderen Kanton wohnt, muss zur Ausgleichskasse des Wohnkantons wechseln.
Zusatz für verheiratete Personen: Falls ein Ehepartner bereits eine Rente der 1. Säule von einer Ausgleichskasse bezieht, wird der andere Ehepartner bei der gleichen Ausgleichskasse angeschlossen.
 

Muss die originale EO-Meldekarte eingereicht werden?

Es muss zwingend die originale Meldekarte eingereicht werden.

Was muss ich unternehmen, wenn ich die originale EO-Meldekarte verloren habe?

Der zuständigen Ausgleichskasse muss anstelle der EO-Meldekarte das originale Dienstbüchlein eingereicht werden.

Wie und wo erhalte ich einen Kontoauszug und ist dieser kostenpflichtig?

Nein der IK-Auszug ist nicht kostenpflichtig. Hier können Sie Ihren IK-Kontoauszug bestellen:

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Was bedeutet Splitting?

Splitting ist die Einkommensteilung während der Ehe. Hier können Sie sich für die Einkommensteilung im Scheidungsfall anmelden:

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Welche Jahre werden gesplittet?

Bei der Einkommensteilung werden nur jene Kalenderjahre berücksichtigt, während welchen beide Ehegatten bei der schweizerischen AHV/IV versichert waren. Einkommen, die die Ehegatten im Jahr der Eheschliessung und im Jahr der Scheidung erzielten, werden nicht geteilt. Ein Splitting wird somit nur durchgeführt, wenn die Ehe mindestens ein ganzes Kalenderjahr gedauert hat.

Bei welcher Ausgleichskasse kann ich die «Anmeldung für die Durchführung der Einkommensteilung im Scheidungsfall» einreichen?

Bei jeder Ausgleichskasse, welche ein individuelles Konto für Sie führt.